Aus der Geschichte des Vereins von 1894 bis 2009

- Erstellt von Gottfried Breuer im Juni 2009

 

Man schrieb das Jahr 1894. Es war die Zeit, in der viele Gesangvereine ihre Gründung beschlossen. Gesang war zu dieser Zeit modern und in. Auch in Meschenich trafen sich im August 1894 ca. 20 Männer und gründeten den Männer-Gesang-Verein Meschenich 1894. Es war eine glückliche Zeit.  Der Verein wuchs sehr schnell. Unter seinen Dirigenten den Herren Vogelfänger, Paul Kuhl und Kaspar Esch konnte der Verein in den folgenden Jahren auf Gesangswettstreiten in Brühl, Köln, Mönchengladbach, Köln-Sülz und Rodenkirchen Ehrenpreise und Pokale nach Hause bringen.

Innere Schwierigkeiten machten dem Verein zu schaffen. Durch die geschickte Leitung des damaligen 1. Vorsitzenden Herrn Johann Effer, der für den Verein lebte und arbeitete, wurden die Schwierigkeiten immer beseitigt. Nach dem Tode von Herrn Effer kam es zur Spaltung im Verein. 1914 gründeten einige abtrünnige Sänger einen zweiten Verein den MGV Liederbund Meschenich. Am 12. April 1920 kam es wieder zur Verschmelzung der beiden Vereine unter dem Namen „Sängervereinigung 1894 Meschenich. 1923 übernahm der hiesige Hauptschullehrer Adam Linden als neuer Chorleiter den Verein. Vorsitzender war Johann Quadt. Hiermit begann eine neue Blütezeit des Vereins. Die Mitgliederzahl stieg auf insgesamt 144, davon ca. 70 aktive Sänger. Der Verein übernahm seinen ursprünglichen Namen MGV Meschenich 1894 wieder. Ende 1923 in den politischen Wirren des Landes, trat wieder eine Gruppe von Sängern aus dem Verein aus und gründete den Arbeiter-Gesang-Verein.

Das 30-jährige Jubelfest 1924 wurde zu einem wahren Dorffest gestaltet. Das hohe gesangliche Können des Chores konnte in den folgenden Jahren gehalten werden. Bei Sängerfesten und Wettstreiten und war man immer unter den Besten. Chorleiter Linden führte den humoristischen Wettstreit an den Kirmestagen innerhalb des Vereins ein. Nach dem Weggang von A. Linden übernahm Karl-Heinz Mandt die gesangliche Leitung des Vereins. Mit dem neuen Dirigenten und dem Vorsitz von Heinrich Floßdorf begann auch der Aufschwung der Laienspiele auf der Bühne, zur Freude der Bevölkerung.

Mit Beginn des „Dritten Reiches“ wurde der Arbeiter-Gesang-Verein aufgelöst. Einige der Abtrünnigen traten wieder in den MGV ein. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges wechselten mehrmals die Vorsitzenden und die Dirigenten. Für den Verein begann eine schwierige Zeit. Nach fast zweijähriger Pause im Verein übernahm 1941 Josef Birkenheuer den Vorsitz. Bis Kriegsende 1945 war kein kontinuierliches Vereinsleben möglich. Im Oktober 1945 begannen die regelmäßigen Proben wieder. Viele junge Sänger traten in den Verein ein.

1949 hatte man bereits wieder 49 aktive Sänger und eine große Laienspielgruppe.

Mit dem jungen Dirigenten Ferdi Hammermann, der 1949 für 31 Jahre die Chorleitung übernahm, stieg das Leistungsvermögen des Chores wieder rasch an. Der Verein war überall gefragt und veranstaltete in der Folgezeit, auch mit Brudervereinen, wundervolle Konzerte.

1958 übernahm Herr Matthias Müller den Vorsitz im Verein und bekleidete mit viel Geschick und Fingerspitzengefühl dieses Amt 40 Jahre.

Die Zeiten für Männerchöre sind sehr schwierig geworden. Nachwuchs im Chor gibt es nicht. Die Dirigenten und Vorsitzenden wechselten in den letzten 10 Jahren öfters.

Zurzeit werden die 15 aktiven Sänger vom Dirigenten Hans-Jürgen Kemper geleitet und der Verein vom Vorsitzenden Hermann M. Embacher geführt.

Der Verein ist seit 115 Jahren eine kulturelle Institution in unserem Stadtteil. Engagierte Männer haben es immer verstanden, diesen Verein aktiv auf hohem Niveau zu halten.

Wir hoffen, dass wir das Deutsche Liedgut noch viele Jahre unseren geschätzten Zuhörern vortragen dürfen.

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